MASTERING – Was ist das eigentlich?

Hallo, Harry Potter!

Wenngleich es auch oftmals so wirken mag: (Pre-)Mastering hat leider nur sehr wenig mit Zauberei zu tun. Vielmehr geht es beim Mastering um die klangliche Bearbeitung und Veredelung von bereits ausgewogen gemischtem Audiomaterial.

„Kein Problem, das zaubern die dann beim Mastern schon wieder hin!“

Mastering ist der letzte aktiv in den Klang eingreifende Schritt vor der Pressung auf CD, dem Vinyl-Schnitt oder der digitalen Veröffentlichung und wird nicht ohne Grund gerne mit dem Schleifen eines Diamanten verglichen.

Techniken wie das M/S-Mastering, bei dem das Stereosignal in Mitten- und Seitenanteil zerlegt wird oder das sogenannte STEM-Mastering, bei dem über die

Summenspur hinaus in Frequenzbereiche aufgeteilte Gruppenspuren für die Bearbeitung herangezogen werden, erlauben zwar durchaus einen größeren Spielraum auf dem Weg zum finalen Master, unzureichendes Ausgangsmaterial kann und wird dabei jedoch niemals wie eine „High-End“ Produktion klingen.

Aus diesem Grund kann es mitunter sehr wichtig sein, bereits während des Mixdown mit dem zukünftigen Mastering-Engineer in Kontakt zu treten und etwaige Vorschläge und Herangehensweisen zu besprechen.

Abgesehen davon kann es oftmals ungemein erfrischend sein, den eigenen Mix von jemandem beurteilen zu lassen, der an der eigentlichen Produktion nicht von Beginn an beteiligt war.

Keine Zauberei, O.K…. Aber was passiert denn dann eigentlich und wozu brauche ich das?

Da beim Mastering durchaus von einem ähnlich kreativen Prozess wie dem des Mixing gesprochen werden kann, hängen die Arbeitsschritte stark vom Ausgangsmaterial ab. Grundsätzlich umfasst Mastering jedoch die Bearbeitung von Frequenzgang, Panorama und Dynamik mit folgender Zielsetzung:

  • Schaffung eines konkurrenzfähigen Endprodukts, welches aktuellen kommerziellen Produktionsstandards entspricht, im Vergleich zum „Wettbewerb“ nicht abfällt und auf sämtlichen Abhöreinrichtungen (iPod, Wohnzimmer, Club PA, …) möglichst gleich gut klingt
  • Anpassung des Ausgangsmaterial an die Gegebenheiten des Veröffentlichungsmediums (bspw. Vinyl)
  • Schwächen im Mix ausmerzen und Stärken herausarbeiten
  • Erhöhung von Definition, Druck, Transparenz und Durchsetzungsfähigkeit
  • Homogenität und gute „Durchhörbarkeit“ bei Albumproduktionen oder EPs
  • PQ-Editing, Fade-Ins/-Outs, ISRC-Codierung, Erstellen von DDPis
  • Falls nötig oder explizit gewünscht, „Sweetening“ und „Mojo“ als klangveredelnde Schritte um ein durchweg professionelles Klangbild zu schaffen und den Sound auf die „nächste Stufe“ zu heben

Bei all den Möglichkeiten, die zur Erreichung der oben genannten Ziele zu Verfügung stehen, ist ein Leitsatz jedoch nicht aus den Augen zu verlieren:

„So viel wie nötig – so wenig wie möglich“ – schließlich möchte niemand seinen Mix völlig „verbogen“ zurückbekommen.

Wie könnte ein typischer Mastering-Prozess aussehen?

Nach der ersten “Sichtung” des Materials und Überprüfung auf mögliche Fehler bei der Anlieferung (z.B. Drop-Outs, zu niedrige Sampling-Rate oder Auflösung, etc.) folgen grundsätzliche Überlegungen, welche klanglichen Stärken oder Schwächen der gegebene Mix hat. Diese werden dann u.a. mittels EQ herausgearbeitet bzw. abgeschwächt.

Gleichzeitig wird auf ein möglichst ausbalanciertes Frequenzbild geachtet, damit der fertig gemasterte Song im Idealfall immer und überall gut klingt – ganz gleich ob im Küchenradio, auf der heimischen Stereoanlage, im Club oder auf dem iPod.

Insbesondere beim Mastering für Vinyl sind hierbei einige wichtige Regeln zu beachten (z.B. Monokompatibiliät im Bassbereich, Stereobreite, besonderes Augenmerk auf S-Laute, …).

Anschließend folgt häufig eine Bearbeitung der Dynamik, die Peaks abfängt und/oder zu leise Parts nach vorne holt und so für ausreichende und wettbewerbsgerechte Lautheit sorgt. Falls nötig, finden im Laufe des Mastering-Prozesses weitere Schritte statt, z.B. die Verbreiterung oder Verengung der Stereobasis, das Hinzufügen von Raumanteilen, das Entfernen von Knacken, Brummen oder Rauschen, und, und, und, oder, oder, oder. Je nach dem, was der jeweilige Song (und Künstler) gerade fordert.

Am Ende der Kette stehen dann noch vielleicht eher banal wirkende Dinge, wie das Setzen von Start- und Endpunkten, Fade-Ins / Fade-Outs, das Festlegen der Titelreihenfolge, Einbinden von Cover-Art bei MP3s oder CD-Text-Informationen bei CDs und das Hinzufügen von EAN- und ISRC-Codes für das finale Produkt.

Hinweise zur Vorbereitung deines Mixdowns

Bevorzugtes Dateiformat
WAV oder AIFF
Bevorzugte Auflösung / Samplerate
24 bit / 44.1kHz (oder höher).
Bitte die Mixes grundsätzlich einfach immer so anliefern, wie sie vorliegen (= kein Upsampling, kein Dithering).
 
Minimale Auflösung / Samplerate
16bit / 44.1kHz
 
Headroom / lautestes Signal
Gerne irgendwo zwischen -12 und -3dBFS, aber hauptsache kein Clipping (also auf jeden Fall unter 0 dBFS).
 
Summenkompression / Limiting
Alle Effekte, die ausschließlich zur Anhebung der Lautstärke dienen, bitte vor dem Export für das Mastering
ausschalten. Limiter und Maximizer sind tabu. Ein Bus-Kompressor, in den ihr bereits hineingemischt habt
und ohne den euer Mixdown “zusammenfallen” würde, kann bzw. sollte natürlich drauf bleiben.
 
Im Zweifelsfall bitte immer zwei Versionen exportieren. Eine mit Kompressor, eine ohne.
 
Bei Anlieferung von STEMS bitte unbedingt darauf achten, dass alle Dateien die selbe Zeitbasis und Länge haben.
×
KOSTENLOSES TEST-MASTER ANFORDERN

Derzeit können Test-Master aus Gründen übermäßiger Auslastung leider nicht angeboten werden.


Bei Fragen o.ä. stehe ich selbstverständlich wie gewohnt per Kontaktformular zur Verfügung.

Vielen Dank für dein Verständnis.

×